Wie Tilman Krause den Begriff Jugendirresein mißversteht

Der Terminus ‚Jugendirresein‘ entstammt nicht der Psychologie, sondern der Psychiatrie und beschreibt mitnichten einen Zustand des pubertären Ausprobierens, des über-die-Stränge-schlagens etc., sondern stellt vielmehr den deutschen Begriff für die hebephrene Schizophrenie dar, einer Schizophrenieform mit frühem Ausbruch zur Jugendzeit und ungünstiger Prognose.

Man sollte meinen, daß sich ein professioneller Schreiberling durch eine kurze Recherche rückversichert, einen bestimmten Begriff eines Bereiches, dem er fachfremd ist, auch richtig zu gebrauchen. Ist aber vermutlich schon zu viel verlangt. Besonders, wenn der Artikel, in dem man das hinwixt, für die ‚Welt‘ ist.


Zum Thema Hegemann

ist ja alles gesagt, nur noch nicht von jedem. 3 gute Artikel, die man in 10 Jahren zum Erinnern benutzen kann (ob der von der Welt so lange online steht, darf man bezweifeln):

Intertextuelle Illusionen von A. Stefanowitsch
Plagiatsfall Hegemann: Das Feuilleton findet Abschreiben ohne Quellenangabe voll OK von W. Tischer
Wie die Literaturkritiker überfahren werden, eine Selbstkritik (?) von U. Wittstock

Ich halte mich mit der Kritik zurück, weil ich weder Strobo noch Axolotl gelesen habe. Und auch kein‘ Bock drauf habe. Am originellsten finde ich noch H’s Rechtfertigungsversuch:

[…] muss auch anerkannt werden, dass der Entstehungsprozess mit diesem Jahrzehnt und den Vorgehensweisen dieses Jahrzehnts zu tun hat, also mit der Ablösung von diesem ganzen Urheberrechtsexzess durch das Recht zum Kopieren und zur Transformation.

Äh, ja, aber klauen is‘ klauen, und dafür gehört dir aber mal so richtig usw.